Urlaub 2008

Insel Rab (HR)

Versprochen wurde uns das Paradies auf Erden. Die einschlägigen Werbeprospekte und Bilder schwingen in den höchsten Tönen, kann die Wirklichkeit da mithalten?
Nach 15 stündiger Fahrt durch Oberösterreich, der Steiermark und Slowenien betraten wir endlich kroatischen Boden. Unser Ziel, die Insel Rab, befindet sich in der Gefolgschaft Rijeka. Ungefähr 20 km hinter der Landeshauptstadt Rijeka war auch die Autobahnfahrt zu Ende und weiter ging es mit normalen Straßen entlang der Küste ohne das man zunächst Wasser sieht. Ein ständiges Klettern in schier unendliche Höhen des Velebit Gebirges, die Temperaturen fielen aber unangenehm kalt wurde es nicht. Es war mehr oder weniger eine Belastungsprobe für Motoren bei den Anstiegen und Kurven. Ein ständiger Lastwechsel für den Diesel, der auf die Idee kommen könnte der Fahrer verträgt die Höhenluft nicht. Auf der Spitze angekommen öffnete sich plötzlich der Wald und der Blick ließ unsere Sinne schwinden, da war sie, die Adria, mit ihren vorgelagerten Inseln Krk, Cres, Prvić, Sv. Grgur, Goli Otok und Rab. In Anlehnung an die Nähe Italiens kann man bei so einem Anblick nur sagen "Mama mia"! Da liegt einem eine grandiose Natur förmlich zu Füßen, es fehlen einem die Worte.

Weiter ging es bergab und gleichzeitig ändert sich der dichte Baumbewuchs in
eine Bergwelt, welche sich nur durch Steine und Steine und... auszeichnet. Flora ist zugegebener Weise auch vorhanden aber alles ist sehr karstig. Entlang geht es jetzt der Küstenstraße, die einem das Blut mal gerinnen ließ und mal hochkochte. Ständige Kurven, ständiges Hoch und Runter und einheimische Fahrer, welche an den Rand des Wahnsinns und in der Mitte der Straße fuhren. Entschuldigt aber wurde dieser Umstand durch den ständigen Anblick der Adria und der Inseln. Ein Naturschauspiel bei bestem Oktoberwetter. Um auf die Insel Rab zu kommen, muß man eine Fähre nutzen, die in Jablanac wartet oder man selbst wartet. Die Anlegestelle auf Rab heißt Miśnijak. Dort angekommen erwartet man nun das beschriebene Paradies und entdeckt den Mond pur! Nichts von wegen Palmen und anderen Exoten, kein Paradies und man fragt sich ob man irgend wann einmal etwas verbrochen hat um auf diese Gefängnisinsel zu kommen. Kann es sein, daß jetzt ein John Silver - Verschnitt auf uns zugejagt kommt um uns unserer Barschaft zu entledigen. Die Gedanken richten sich auf eine Verteidigungsstellung ein. Mit Wehmut fährt man weiter und erwartet nun die Fast-Schwerelosigkeit, die dem Erdtrabanten anhängt aber nach ca- 5 km Strecke, nach dem Erreichen des höchsten Bergs auf der Insel, verschlägt es einem schlagartig die Sprache, der Mund bebt, das Schwitzen ist nicht mehr zu verhindern, ein nicht zu beschreibender, einzigartiger Anblick, voller Grün, voller Leben, schöne Häuser, die spiegelglatte Adria in Türkis, das Paradies hat einen Namen | Rab |. Fata morgana oder Wahrheit, es war Wahrheit, was lag nun näher, die Bremse oder das Gas?

Die Seltenheit in Kroatien haben wir dort gefunden, einen Sandstrand. Sonst gibt sich die Küste steinig aber ausgesprochen schön. Das Gleiche gilt für die Stadt Rab, welche eindeutig durch die 400jährige Herrschaft der venezianischen Dogen geprägt ist. Überall herrscht das mediterrane Klima mit 20 - 25°C Luft- und 21°C Wassertemperatur Mitte Oktober. Die tiefsten Temperaturen liegen im Mittel bei 10°C, die höchsten bei 45°C und mehr. Vier Monate kein Regen ist dort keine Seltenheit. Palmen und Agaven werden dort als Unkraut angesehen und überall gibt es Apfelsinenbäume. Einziger Störenfried ist der kalte Wind (Bora), der vom Festland her weht. Als angenehm werden die anderen beiden Stürme bezeichnet, der Scirocco und der Jugo, beides warme Luftströmungen. Ausgedehnte Spaziergänge in der Stadt Rab zeigten wie römische Kultur förmlich atmet, inklusive der auf den Straßen der Innenstadt sichtbaren Wäsche. Auf einer Bootsrundfahrt um die Insel begrüßte uns Bogdan, der "alte" Kroate. Zu Beginn der Fahrt kredenzte er seinen Gästen gleich einmal seinen echten Slibo (Slibowitz), der einem ähnlich dem Jod, den Rachen aufriß und die Augen zum unbedingten Tränen rührte. Jede einzelne Station auf den Weg bis "runter" meldete er sich. Vom Mund bis Magen war der Weg medizinisch rein. Nach dem Verreiben der Augenflüssigkeit, zeigte sich wieder die Schönheit der Insel. Aufgeklärt wurden wir über die heilsame Wirkung des Slibo, er hilft bei:

- Angina pectoris
- Hühneraugen
- für Männer, die bekämen dann solche Gefühle


Während der Fahrt wurden wir belehrt, daß in Kroatien blonde Frauen mit blauen Augen 3 Schafe, 2 Ziegen und 1 Esel wert ist. (Diente als Hinweis für bestimmet Ehemänner)
Als Gäste, so Bogdan, begrüßt die Insel vornehmlich Österreicher, Deutsche und Italiener. Zu den letztgenannten hörten wir, sie würden ständig reden, "beim Essen reden die, beim Schlafen reden die und beim Liebe machen reden die auch, Mama mia, was für ein Volk".
Genug geredet und geschrieben, lassen wir nun einige wenige Fotos sprechen:

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Insel Usedom

Welch Insel, welch Natur, welch Einmaligkeit, der Besuch hat sich gelohnt. Meeresluft, geräucherten Seefisch vom qualmenden Ofen, Sternecampingplatz, freundliche Nachbarn, Wahnsinns-Seebäder in unmittelbarer Nähe, feinster Sand, ruhige oder tosende See, endlos schöne Atmosphäre, das alles kann Usedom sein. Die Ostsee ist definitiv eine Reise wert. Man muß es selbst erlebt haben, man muß dort gewesen sein um mitreden zu können. Bilder und Erzählungen sind nur die Hälfte wert wenn man das alles nicht selbst erlebt hat. Satte 270 Bilder wurden geschossen. Vom Räucherofen bis zum Meer, von der Landschaft bis zum Campingplatz, welcher keine Wünsche offen ließ. Auf dem Platz waren zur Versorgung Strom, Wasser, Abwasser, Kabelfernsehen und W-LAN (wurde während unserer Anwesenheit gerade repariert) vorhanden.

Es geht um Usedom, der politisch geteilten Insel, welche statistisch die meisten Sonnenstunden in der Republik aufweisen kann. Der kleinere Teil des Territoriums gehört Polen, im  größeren Teil haben wir Urlaub verbracht. Auf dem Campingplatz Stubbenfelde vermißten wir nicht einmal gutes Wetter im September. Wie auch im vergangenem Jahr haben wir exzellenten Räucherfisch gegessen und flanierten 2008 nach Swinemünde (PL) über Ückeritz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Vor allem Heringsdorf ist für einen Besuch bestens geeignet, weniger für die Übernachtungen. Dort die Urlaubsunterkunft finanziell zu begleichen wird unweigerlich die Geldbörse zum Zwiebelleder werden lassen und dem Besitzer zu Tränen rühren. Gesehen muß man aber den Ort haben mit seinen schneeweißen, herrlichen Prachtbauten aus vergangener, hochherrschaftlicher Zeit, welche an moderner Ausstattung nichts vermissen lassen. Aber wir sind ja auch nicht auf die Insel gefahren um den Hauch von Aristokratie als Gast zu erleben, sondern um Camping-Urlaub zu genießen.

Heringsdorf

 

Widmen wir uns doch eher dem Fisch, welcher in seiner Frische und Geschmack kaum zu übertreffen ist. Fast in jedem Fischerdorf qualmt der Ofen und es gibt Fisch in Massen.

 

Usedombilder

 

Zu den Guten Nachbarn auf dem Campingplatz gehört natürlich die Ingrid und der Hermann aus dem Norden, welche wir kennen gelernt haben. Bei dem Unikum als Wohnwagen ist sicher günstiger man legt sich eine Rangierhilfe zu, welche den Caravan per Knopfdruck bewegt. Na Hermann, das war die Bestätigung deines Vorhabens zum Kauf eines solchen Gerätes. Jetzt kannst Du sicher Deine Frau überzeugen? Viele Grüße aus dem Sächsischen an die Beiden Camper, wir folgen im nächsten Jahr in Eure Gefilde und werden Ebbe und Flut der Nordsee ansehen. Vielleicht hat Hermann einen lütten Köm in der Kombüse? Mal sehen, sicher können wir dann das Thema des Zugfahrzeugs in seiner Eigenschaft als Eierf... näher erörtern?